Variation zu Boethius

am

Mannigfaltig über die Erde hinweg wandern Tiergeschlechter:/

Diese schleppen gestreckten Leibes sich hin in niederem Staube,/
und schnell mit kräftigen Sehnen ziehen sie dauernd ihre Furche./

Auch schweifend leichtgefiederte gibt es, die mit dem Winde flattern,/
schwebend schwimmen sichern Fluges sie weit durch wehende Lüfte./

Andre freuts, wenn mit festen Schritten sie auf dem Boden schreiten;/
bald durchziehen sie grüne Gefilde, bald schlüpfen sie in dunkle Höhlen./

Doch wie mannigfach und wdchselnd auch die Gestalten scheinen,/
erdwärts dumpf zu neigen das Angesicht zwingt sie der Sinne Schwere./

Einzig tragen der Menschen Geschlechter nur ihre Stirne aufwärts,/
rechen hinauf ihre Glieder, und blicken so auf die Erde herab./

Hat nicht irdischer Sinn Dich gefesselt,/
so mahne Dich dieses Gleichnis:/

Wenn erhobenen Hauptes Du zum Himmel mit der Stirne aufschaust,/
dann trage die Seele auf zum Erhabenen zugleich;/
daß nicht niedere Schwere, tiefer als den aufrechten Körper Dir Deine Seele ziehe.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Sylvia Kling sagt:

    Wunderbare Metapher, sehr schön fließend, ach wie bin ich angetan, mein Lieber!

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  2. Titus Pauly sagt:

    Vielen Dank Sylvia 🙂 🙂

    Gefällt 1 Person

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