Wir lassen uns nicht unterkriegen!

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Die im Titel genannte Aussage hört man neuerdings anläßlich der gegenwärtigen Bedrohungs- und Gefahrenlage ebenso häufig, wie „Ich mache dennoch weiter wie bisher“, „Die können mir keine Angst machen“ oder „Ich lasse mich nicht von denen einschüchtern.“

Abgesehen davon, dass man die Entstehung von Einschüchterung rational gar nicht vermeiden kann, sondern nur das darauf folgende Andauern derselben, und auch abgesehen davon, dass so mancher, der solches äußert, gar nicht wahrnehmen will, dass seine Eingeschüchtertheit gerade der Grund seiner Aussage ist und er sich damit selbst widerlegt, sind auch die hergebrachten Begründungen für solche Aussagen nicht haltbar. Denn diese lauten in etwa wie folgt: „Das ist ja genau das, was die wollen. Wenn wir die damit durchkommen lassen, dann haben die schon gewonnen.“

Dahinter steht natürlich der Wunsch, nicht der Schwächere, der Verlierer oder der Unterlegene zu sein, sondern sich als der Stärkere, der Sieger oder der Überlegene darzustellen, um den Angreifern zu vermitteln, dass ihre Bemühungen erfolglos und sinnlos sind und sie selbige auch einstellen können.

Zu diesem Zweck wird in einer theoretischen Pseudo-Opfer-Interpretation den Angreifern das Ziel unterstellt, dass man verängstigt oder eingeschüchtert werden solle, um sich im Anschluss daran so verhalten zu können, dass dieses Ziel als verfehlt dargestellt wird. So fühlt man sich gemäß der eigenen Zielzuweisungs-Theorie dann als der Stärkere, der Sieger oder der Überlegene. Die Opferrolle wird theoretisch weg rationalisiert.

Das Problem ist nur, dass diese Theorie nicht stimmt. Denn unsere Angreifer feiern nicht ihren Sieg wenn wir verängstigt oder eingeschüchtert sind. Dies ist keineswegs ihr Ziel. Ziel der Islamisten ist es die in ihren Augen Ungläubigen „abzuschlachten“. Allein die Begrifflichkeit des Abschlachtens weist uns in deren Vorstellung als Vieh aus. Man will uns nicht ängstigen oder einschüchtern – man will uns töten.

Vor diesem Hintergrund halte ich es für eine Schwäche Einschüchterung nicht zuzugeben oder Ängste nicht empfinden zu wollen. Sich vorschnell aufgrund einer unhaltbaren Pseudo-Opfer-Theorie einer zweifelhaften Zielunterstellung zum Sieger zu verklären, kann leicht dazu führen, sich in falscher Sicherheit zu wiegen und Risiken zu übersehen, die uns Einschüchterung und Ängste erkennbar machen und zu meiden anraten.

Nicht Eingeschüchtertheit und Ängste sind das Problem, sondern die Unfähigkeit aus einer konsumübersättigten Wohlstandswelt heraus konstruktiv damit umgehen zu können.

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